Das Zusammenziehen des Ich

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by Arkis

Nach Ken Wilber

“ Versuche nicht, den Zeugen als Objekt zu sehen, sondern ruhe einfach im Zeugen als der Seher; versuche nicht, das Ich abzuschütteln, sondern fühle es einfach. Dann gelangst du zum Rand, zur Klippe deines eigenen ursprünglichen Antlitzes. An diesem Punkt liegt nichts mehr in deinen Händen. Ruhe als der Zeuge, fühle die Selbstzusammenziehung: Dies ist der Raum, in dem der Eine Geschmack am leichtesten aufblitzen kann. Mache hieraus keinen strategischen Plan, sondern tue dies zufällig und spontan irgendwann am Tage und irgendwann in der Nacht, sodass du immer am Rand deiner eigenen schockierenden Erkenntnis bleibst. Dies sind die Schritte: Ruhe als der Zeuge, fühle die Selbstzusammenziehung. Gewahre dabei, dass der Zeuge nicht die Selbstzusammenziehung ist: Er ist ihr Zeuge. Der Zeuge ist frei von der Selbstzusammenziehung, und du bist der Zeuge. “

Als der Zeuge bist du frei von der Selbstzusammenziehung. Ruhe in dieser Freiheit, Offenheit, Leerheit. Fühle die Selbstzusammenziehung und lasse sie sein, wie du auch alle anderen Empfindungen sein lässt. Versuche nicht, die Wolken, die Bäume oder das Ich loszuwerden: Lasse sie einfach sein und entspanne dich im Raum der Freiheit, die du bist.
Aus diesem Raum der Freiheit und zu einem Zeitpunkt, auf den du keinen Einfluss hast, stellst du vielleicht fest, dass die Empfindung der Freiheit kein Innen und kein Außen hat, keine Mitte und keinen Umfang. Gedanken ziehen in dieser Freiheit dahin, der
Himmel zieht in dieser Freiheit dahin, die Welt geht in dieser Freiheit auf, und du bist das. Der Himmel ist dein Kopf, die Luft dein Atem, die Erde deine Haut – so nahe ist alles und noch näher. Du bist die Welt, solange du in dieser Freiheit ruhst, die unendliche Fülle ist.
Dies ist die Welt des Einen Geschmacks: Ohne Innen und ohne Außen, ohne Subjekt und ohne Objekt, ohne hier und da. Ohne Anfang und ohne Ende, ohne Mittel und ohne Wege, ohne Pfad und ohne Ziel. Dies ist, wie Ramana sagte, die endgültige Wahrheit.