Spinnenstrukturen

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Harzöl – Eitempera a. Leinwand

in Kunsttheorie …

Ein ganzer Buchstabe ist  Teil eines ganzen Wortes ist Teil eines ganzen Satzes ist Teil eines ganzen Absatzes ist Teil eines ganzen Texts ist Teil eines ganzen … supramentale Schildkröten über und unter einander …

„Jedes einzelne Kunstwerk ist ein Holon, ein Ganzes, das zugleich…
Teil zahlreicher anderer Ganzer ist. Das Kunstwerk existiert in Kontexten in Kontexten in Kontexten, ohne Ende. Ändert man den Kontext, ruft man eine andere Bedeutung auf.“ (K.Wilber) „Wir haben es aber nicht mit geschachtelten Lügen, sondern mit geschachtelten Wahrheiten zu tun. Eine umfassende Kunsttheorie muss notwendigerweise von konzentrischen Kreisen einander einhüllender Wahrheiten und Deutungen ausgehen.“

Das Urholon der Kunst (Seite 122) Geist und Kultur im 3. Jahrtausend

„Ohne in irgendeiner Weise die vielen anderen Kontexte vernachlässigen zu wollen, die ein Kunstwerk ausmachen, kann man aus verschiedenen guten Gründen seinen Anfang auf ein Ereignis im Geist und Wesen des Künstlers datieren: Eine innere Wahrnehmung oder Empfindung, einen Impuls, eine Idee, einen Gedanken, eine Vision. Von irgendwo, man weiß nicht genau woher, taucht der schöpferische Impuls auf. Dem gehen zweifellos viele Kontexte voraus, und viele werden noch folgen. Aber beginnen wir hier, mit der ursprünglichen künstlerischen Wahrnehmung, dem ursprünglichen Impuls, und nennen wir dies das Urholon der Kunst. Das Urholon kann durchaus etwas aus der äußeren Welt repräsentieren (und dies wäre die Grundlage der Nachahmung- oder Repräsentationstheorien). Es könnte aber auch einen inneren Zustand zum Ausdruck bringen, sei es ein Gefühl (Expressionismus) oder eine Idee (Konzeptualismus). Um dieses Urholon entwickeln sich wie die Schichten einer Perle, die um den Keim eines Sandkörnchens wächst, Kontexte in Kontexten von aufeinanderfolgenden Holons, wenn das Urholon unwiderruflich in den geschichtlichen Strom eintritt, der einen großen Teil seines weiteren Schicksals bestimmen wird …“