28 Kommentare zu „Anouar Brahem“

  1. … die Musik hat mein Abendessen in der Dämmerung begleitet und es war spannungsgeladener als die gestrige Stunde, die mich einlud meine Blumenfotos vom letzten Jahr zu begleiten… beides waren wahrhafte Momente.

  2. …das ist Wüstenmusik, Rita…die ist magisch…und alles was magisch ist, kann auch wahrhaftig sein…
    …pst…Feenschule, 2. Lehrjahr, Magische Gleichungen für Feenfrischlinge…🌸

  3. Danke….habschon…feine Worte von Dir. Ibrahim beschreibe ich in mehreren Teilen. Ich versuche, noch mehr Wüstenträume aufzuschreiben. Sie sind ausgesprochen realistisch, das unterscheidet sie von anderen Träumen. Ich lebe in einem Sandgebiet, das im Mittelalter als Wüste bezeichnet wurde. Zufall…? Es gibt doch gar keine Zufälle, oder…?✨

  4. @ Karfunkelfee es gibt für die einen keine, für andere Menschen wiederum Zufälle. Ich find es gibt sie und es gibt welche, die keine sind. Es sind keine gewöhnlichen Träume, bei uns, man kann sie, wie ich es tue, als Initiationsträume bezeichnen, das geht viel tiefer und ist authentischer als nur „oberflächliche“ Rituale, wie Z. bei bestimmten magischen Zirkeln. Diese sind mehr oder weniger nur äußerlicher Hokuspokus, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass diese auch eine gewisse Wirkung zeigen können.

  5. Dies für sich so zu handhaben, dass er gut mit den Zufällen des Lebens leben lernt, ist jedes Menschen ureigener Weg. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall, hieß dieser plattdeutsche alte Spruch und den fand ich schon immer klug und treffend. Ich nehme diese Träume schon immer ernst und hinterfrage sie zwar, doch geduldig, denn immer mal gerate ich in Situationen, in denen sie mir Rat oder Erkenntnis sind. An Initiation dachte ich dabei auch schon. Ich befasse und mich als spirituell und philosophisch interessierte Fee natürlich gern mit Theologie und Religionen. Doch ordne ich mich nirgendwo unter und irgendwo hinein in Ideologien pass ich auch nicht richtig, also nehme ich mir aus dem Menschheitswissen, was mich weiterbringt, friedlich und fröhlich macht und gesund erhalten kann.

  6. …den Regen hast Du aus Deutschland mitgebracht, gib es schon zu. Ihr habt die atlantischen Tiefdruckgebiete mit der Fliegzeugnase vor Euch hergeschoben….die Wüste hat sich bestimmt über den nassen Segen von oben gefreut und in den Dünen konnte man endlich mal eine vernünftige Sandburg bauen…😎✨

  7. …weil du Deutsche bist und so dein Land präsentierst, ist doch ganz einfach. Ein bisschen nieseliger Landregen reicht nächstes Mal für Miami in Florida. Bring den Schnee mal nach Australien im Sommer. Die wundern sich bestimmt genauso schön wie wir mit siebzehn Grad und lauem Wind vorletztes Weihnachten…😉

  8. @ Karfunkelfee. Das ist die Frage, Kontingenz (Zufälle) oder Konvergenz (besagt, dass das Leben auf der Erde so entstehen musste, wie es ist.) Es trifft wohl beides zu, je nachdem. Oder anders gesagt. Kausal, das heißt auf dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung beruhend, wobei Ursache und Wirkung gerne auch mal verwechselt werden. Oder determiniert, vorherbestimmt, determiniert bedeutet abhängig von etwas sein. Also das der Mensch von bestimmten Dingen abhängig bzw. bestimmt wird und ist.

    Die Sache ist folgenderweise, die Frage, wenn es keine Zufälle gibt also alles vorherbestimmt sei oder ist: wie verhält es sich dann mit der Idee der Freiheit? Und wenn nur alles Zufall ist, wie könn(t)en wir dann überleben?

    Du verstehst?

    Theologie und Religion halte ich ebenfalls für (verwässerte) Derivate der Gnosis. Also des Wissens, das allein auf Glaubensformen „degeneriert“ und reduziert ist.

    Das sind ja für sich gesehen alles interessante, nach Erkenntnis und sinnfragende-suchende Ansätze. Was interresiert dich daran speziell?

    Gute Nacht

  9. Religionen als Verwässerte Derivate der Gnosis. Danke für diesen Satz…:)
    Die Sache mit dem Zufall, ich versuche zu erklären wie ich es meine: ich gehe davon aus, dass meine komische Seele schon eine Weile die Erde verunsichert und zwar weitaus länger als ich kleines dummes Mensch überhaupt wissen kann. Ich lerne je älter ich werde und wenn mir ein Zufall begegnet, bei dem ich denke: das gibt es doch gar nicht, das kann doch gar nicht sein…so ein Zufall! Auch bei schlimmen Zufällen…komme ich stets an den Punkt an dem ich mir sage: sei jetzt besonders wachsam, besonders aufmerksam. Was sollst Du daraus lernen, was will es Dir mitteilen? Zeigt es einen neuen Weg? Etwas, dass Dich weiterbringt, bewusster sein und werden lässt? Und wenn ich mir meine ‚Zufälle‘ der letzten Jahre so betrachte…waren sie alle Wegweiser oder Warnsignale. Diese hinterfrage ich nicht, sondern lerne möglichst daraus und beziehe sie in meine Kursberechnungen Richtung Zukunft mit ein, ohne mich davon abhängig zu machen. Es schränkt meine Freiheit nicht ein, jederzeit nach einem Zufall meinen Kurs beizubehalten oder ihn vielleicht um ein paar Grad zu ändern. Ich nehme Zufälle immer ernst, ich mache mich nicht über sie lustig. Begegnen mir Menschen dabei, habe ich ein besonders achtsames Augenmerk auf sie. Kommen Sie mir bekannt vor? Welche Rolle spielen sie für mich, was wollen sie mir zeigen, wie spiegeln sie mich. Und manche zufälligen Begegnungen sind einfach Trostpflaster, Schutzengel und Geschenke des Lebens….die pure Magie eben. ✨

  10. Sehr schön ! Jeder geht einen Weg. Und jeder bringt seine Frage und seine ureigene Antwort mit in diese Welt. Weißt du, wieso die ägyptischen Götter ein Ankh tragen, und gehend dargestellt sind? Das Ankh wurde oftmals auch als San-da-le (Sandale) interpretiert. Es ist das Gehen, darauf liegt die Betonnung, nicht der Weg und nicht das Ziel, allein die Bewegung ist das Wesentliche dabei.
    ;))
    „Ja, ja, die weiße Landstraße!“ murmelte er sinnend, „die kann selten einer vertragen. Nur einer, der zum Wandern geboren ist. Weil ich das an dir bemerkte – damals im Findelhaus – hab‘ ich dich zu mir genommen. Die meisten Menschen fürchten sich vor der Landstraße mehr als vor dem Grab. Sie legen sich lieber wieder in den Sarg, denn sie meinen, das wäre der Tod und sie hätten dort Ruhe; in Wirklichkeit ist jener Sarg das Fleisch, das Leben. Daß einer auf Erden geboren wird, ist nichts anderes, als daß er lebendig begraben wird! Besser als das ist, man lernt auf der weißen Landstraße wandern. Nur darf man nicht an das Ende der Landstraße denken, sonst hält man es nicht aus, denn sie hat kein Ende. Sie ist unendlich. Die Sonne auf dem Berg ist ewig. Ewigkeit und Unendlichkeit ist zweierlei. Bloß für den, der in der Unendlichkeit die Ewigkeit sucht und nicht das ‚Ende‘, bloß für den ist Unendlichkeit und Ewigkeit dasselbe. Das Wandern auf der weißen Landstraße muß des Wanderns halber geschehen, aus Freude am Wandern, und nicht, um eine vergängliche Rast mit einer andern zu vertauschen.

    Ruhe – nicht ‚Rast‘ – ist nur in der Sonne auf dem Berge. Sie steht still und alles dreht sich um sie. Schon ihr Vorbote, das Morgenrot, strahlt Ewigkeit aus, darum beten es die Käfer und Fliegen an und bleiben starr in der Luft, bis die Sonne kommt. Deshalb bist du ja auch nicht müde geworden, als du auf den Berg stiegst.“

    „Hast du“, fragte er plötzlich und blickte mich scharf an, „hast du die Sonne gesehen?“

    „Nein, Vater, ich bin umgekehrt, bevor sie aufging.“

    Er nickte befriedigt. „Das ist gut. Sonst hätten wir nichts mehr miteinander zu schaffen gehabt“, setzte er leise hinzu.

    „Und dein Schatten ging dir voraus, dem Tale zu?“

    „Ja. Selbstverständlich –“

    Er überhörte meine erstaunte Antwort.

    „Wer die Sonne erblickt“, fuhr er fort, „der will nur noch die Ewigkeit. Er ist für das Wandern verloren. Das sind die Heiligen der Kirche. Wenn ein Heiliger hinübergeht, ist diese Welt und auch die andere für ihn verloren. Aber auch, was schlimmer ist: die Welt hat ihn verloren; sie ist verwaist! – Du weißt, wie’s tut, ein Findelkind zu sein, – bereite nicht auch andern das Schicksal, weder Vater noch Mutter zu haben! – Wandere! Zünde Laternen an, bis die Sonne von selber kommt.“

    „Ja!“ stammelte ich und dachte voll Grauen an die furchtbare weiße Landstraße.

    „Weißt du, was es bedeutet, daß du dich wieder in den Sarg gelegt hast?“

    „Nein, Vater.“

    „Es bedeutet, daß du eine Weile noch das Schicksal derer teilen sollst, die lebendig begraben sind.“

    Aus dem weißen Dominikaner von Gustav Meyrink.

    Schönen Sontag.

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: