Zu seicht!

Zweiundsiebzig Jahre sind nun vergangen nach dem Holocaust. Es genügt nicht, das Gedenken auf der einen Seite um das Gewissen auf der anderen Seite in Sicherheit zu wiegen. Nichts ist vorbei, nur verlagert und immer noch hochaktuell, und wenn wir nicht bis in die eigene menschliche Tiefe hinein begreifen, dass alles miteinander, bis ins Kosmische hinein, alles Leben miteinander verbunden ist, ändert sich gar nichts. Dies, was die Täter den Opfern antun und angetan, haben sie sich selbst und der gesamten Schöpfung angetan. Da fehlt(e) es an tiefster Beachtung, und Wertschätzung allem Leben gegenüber. Und vermeintlich Gott oder eine Partei oder eine Meinung, eine Kirche, Religion oder was auch immer … auf seiner Seite zu haben, genügt garantiert genau so wenig, wie das oberflächlich-vermeintliche Gedenken daran. Wir sind damit allein gelassen.

todesfabrik

Tagesspiegel