J a n u s

Der Baphomet

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Ei-Harzöltempera on Wood

by Arkis 1988

 

das einzige
was es wirklich gibt
gegenwärtigkeit

in allem und
in einem
kein wählerisches wählen

es gibt da keinen plan
nichts von heilig
alles ist offen

herzweites atmen

by arkis 31.12.17

Autor: Art of Arkis

Maler und Zeichner des phantastischen Realismus - Künstler und Magier-Philosoph Artist and magician-philosopher* Die Idee ist die Emotion des Geistes, während Emotion der Reflex der Seele ist.

8 Kommentare zu „J a n u s“

  1. Ich zeige dir gerne die Stelle worauf dies Bild sich bezieht …

    „Der Karfunkel schwebte irgendwo hoch über mir in der Finsternis. Ein Strahl, der bleich von ihm ausging, traf meine Stirn, und ich fühlte deutlich, daß zwischen meinem Kopf und dem Stein auf diese Weise eine bedeutsame Verbindung hergestellt war. Dieser Verbindung suchte ich mich, da sie mich ängstigte, zu entziehen und wandte deshalb den Kopf hierhin und dorthin zur Seite, aber es gelang mir nicht, dem Lichtstrahl auszuweichen. Dafür machte ich bei den wiederholten Wendungen und Drehungen des Kopfes eine mich befremdende Erfahrung: es schien mir nämlich, als stünde der Strahl des Karfunkels auch dann auf meiner Stirn, wenn ich das Gesicht nach unten in die Kissen grub. Und deutlich fühlte ich, wie mein Hinterhaupt die plastische Struktur eines neuen Vorderhauptes annahm: mir wuchs aus der Scheitelgegend hervor ein zweites Gesicht. – Es erschreckte mich nicht; war mir nur lästig, weil ich nun auf keine Weise mehr dem Lichtstrahl zu entrinnen vermochte.

    Januskopf, sagte ich zu mir selber, aber ich wußte im Traum, daß das lediglich eine Bildungsreminiszenz aus dem Lateinunterricht war, und wollte mich mit dieser Erkenntnis zufriedengeben; doch es ließ mir keine Ruhe. Janus? – Unsinn, nicht: Janus! Aber was dann? – Mit ärgerlicher Beharrlichkeit heftete sich mein Traumbewußtsein an dieses „Was dann?“ – Dabei wollte es mir nicht einfallen, „wer ich war“. – Statt dessen geschah etwas anderes: der Karfunkel senkte sich langsam, langsam aus der Höhle, die über mir stand, herab und näherte sich meinem Scheitel. Und ich hatte das Gefühl, als sei er etwas derart mir Fremdes, Urfremdes, daß ich es in keiner Art hätte in Worte fassen können. Ein Gegenstand von fernen Gestirnen wäre mir nicht fremder gewesen. – Ich weiß nicht, warum ich jetzt, wenn ich mir den Traum überlege, an die Taube denken muß, die bei der Taufe Jesu durch den Aszeten Johannes vom Himmel herabgekommen ist. – – Je näher der Karfunkel rückte, desto steiler fiel der Lichtstrahl auf mein Haupt, das heißt: auf die Verbindungslinie beider Köpfe. Und allmählich empfand ich dort ein eiskaltes Brennen. An diesem nicht einmal unangenehmen Gefühl wachte ich auf. – – –“ aus http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-engel-vom-westlichen-fenster-1560/1

    ….““Lies, wie ich führe!“ Und: „Der Verstand bewirkt Umkehrung der Ur-sache.“ – – – Sei es, ich werde dem Befehl gehorchen; doch nein, nein, es ist kein Befehl, sonst würde ich mich weigern, denn ich lasse mir nicht befehlen; es ist ein Rat, ja, ja, es ist ein Rat – nur ein Rat! Und warum sollte ich den nicht befolgen? – Ich werde also nicht ordnen. Ich werde aufzeichnen, wie meine Hand greift.

    Und ich griff blindlings ein Blatt heraus, das die steile Handschrift meines Vetters John Roger trägt, und las:

    „Alles ist lange vergangen. Die Menschen sind längst tot, die in diesen Schicksalsdokumenten mit Wünschen und Leidenschaften auftreten und in deren Moder zu graben ich, John Roger, mich nun unterfange. Auch sie haben im Moder anderer Menschen gewühlt, die damals ebensolange schon tot waren, wie die es nun selber sind, in deren Asche ich wühle.

    Was ist tot? Was ist vergangen? Was einmal gedacht hat und gewirkt, das ist auch heute noch Gedanke und Wirkung: Alles Gewaltige lebt! Gefunden freilich haben wir allesamt nicht, was wir gesucht haben: den wahren Schlüssel zum Schatze des Lebens, den geheimnisvollen, den zu suchen schon Sinn und Wert alles Lebens bedeutet. Wer hat die Krone gesehen mit dem Karfunkel darüber? Gefunden haben wir alle, wir Suchenden: nur das unbegreifliche Unglück solle überwunden werden! Aber es ist wohl so, daß der Schlüssel im Abgrund des Stromes ruht. Wer nicht selbst hinabtaucht, der bekommt ihn nicht. War nicht unserem Geschlecht geweissagt der letzte Tag des Blutes? Keiner von uns hat den letzten Tag gesehen. War das unsere Freude? So war es auch unsere Schuld.

    Mir ist der Doppelköpfige nie erschienen, so sehr ich ihn auch beschwor. Ich habe den Karfunkel nie erblickt. Mag es also so sein: wem der Teufel nicht mit Gewalt den Hals in den Rücken dreht, der wird auf seinem unaufhaltsamen Weg ins Land der Gestorbenen niemals den Aufgang des Lichtes erblicken. Wer aufwärts klimmen will, muß abwärts steigen, dann erst kann das Untere zum Oberen werden. Aber zu wem von uns allen aus John Dees Blute sprach denn der Baphomet?

    John Roger.“

    Der Name „Baphomet“ trifft mich wie ein Keulenschlag.

    Um Gottes willen – der – Baphomet! – Ja, das war der Name, der mir nicht einfallen wollte! Das ist der Gekrönte mit dem doppelten Gesicht, der Familientraumgott meines Großvaters! Diesen Namen hatte er mir ins Ohr geflüstert, rhythmisch den Atem stoßend, als wollte er mir etwas in die Seele hämmern, als ich auf seinem Schenkel – ein kindlicher Reiter – auf und nieder ritt:

    Baphomet? Baphomet!

    Aber wer ist Baphomet?

    Er ist das Geheimsymbol des uralten geheimen Ordens der Tempelritter. Der Urfremde, der dem Templer näher ist als alles Nahe und gerade deshalb ein unbekannter Gott bleibt.“

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