9 Gedanken zu „Persephone-Theme

  1. Verlieren wir die Stützmauern jenes Turmes, des darin eingeschlossenen Egos, die unser äußeres Weltbild zusammenhält, nämlich all die Feindbilder, wäre dies das unwiderrufliche Ende der patriarchalischen Strukturen dieser Welt.

  2. Der Magus: „Leben ist konsequent betrachtet nichts weiter als ein Prozess, der auf das Sterben zuläuft, wenn er ohne volles Bewusstsein der Wahrheit verläuft. Psychologisch gesehen verkörpert der Magier den Helden, der sich nach seinem Willen und seiner Vorstellung die Welt erschafft. Aus der Gewissheit des Ich bin erwächst das Ich sehe, das mehr ist als ein reines Aufnehmen der Welt in das Bewusstsein. Aus den Signalen, die durch das Nervensystem empfangen, verarbeitet und übermittelt werden, gestaltet die Psyche ein Bild der Welt, das sich aus dem Blickwinkel des Individuums erschließt. Paradoxerweise schließt dieser Blickwinkel das eigene Ich nicht in sich mit ein (Subjektblindheit). So ist der Magier nicht in der Lage, zu erkennen, dass er die Welt nur durch die Bilder erfährt, die er sich selbst geschaffen hat. Er projiziert das seinem Bewusstsein zugehörige Inventar an Vorstellungen auf alles, was ihm von außen entgegentritt und reagiert dann auf sein Bild des Geschehens anstatt auf das, was wirklich geschieht. Wenn er aber die in sich selbst geschaffene Welt zu hinterfragen versucht und ihr Bild als Bild entlarven will, befindet er sich in einer aussichtslosen Situation. Er müsste gleichsam seiner eigenen Wahrnehmung entfliehen, um die Welt so zu erkennen, wie sie ist. Er kann aber seinem eigenen Denken nicht entfliehen. Stets durchdringt und färbt es das, was er sieht. Er ist nicht der Schöpfer selbst, sondern das Ebenbild, das sich Gott erschafft. Nicht die Schöpfung, sondern das Bewusstsein, das sich selbst und die Welt nach ihrem eigenen Bilde wahrnimmt.“

    (Aus: „Der Magier“ – „Baphomet – Tarot der Unterwelt“ von Akron.) In Klammer Gesetztes, ist von mir zugefügt.

    Und: aus meinem magischen Tagebuch vom 16.05.18: @ Schmuddelkater 9°=2°/ Der Magus kann, wenn er Veränderungen wirken will oder sogar muss, die Sprache jener sprechen, die er erreichen möchte. Uninitierte können ihn explizit gar nicht verstehen. Das Theater der Illusionen (die profan einfach Wirklichkeit genannt) funktioniert auf Grund der „künstlerischen“ Übereinkunft zwischen Zuschauer und Schauspielern. Die Übereinkunft, dass die Zuschauer ihren Unglauben an die Illusion des Spiels aufgeben, so dass sie dem Spiel eine Realität auf einer höheren Ebene verleihen, im Gegenzug für die elegante Übermittlung einer tieferen Wahrheit.

    Es ist also die Aufgabe des Künstlers dieses Aufgeben von Ungläubigkeit so zu transformieren, dass es in der Freude einer neuen Erfahrungsebene zu einem Verlust sowohl von Glauben als auch von Unglauben kommt.

    Er hat seine Freude daran, den Seelengarten durch direkte Berührung mit der Dichte-Veränderung und durch neue Sichtweisen (der doppelte Wassermann) zu überraschen. Hierin liegt ein Fluch dieses Grades (9°=2°), der Freiheit einer Schmuddelkatze. Der Typ von Mensch nämlich (oder Katze) *g* der furchtlos überall dorthin geht, wohin die Neugier ihn anlässt zu gehen. Er ist ein heiliger Narr im Dienst des Abenteuers. Einschränkungen gegenüber ist er unaufmerksam, er schlägt sie in den Wind. Gleichzeitig ist er aber entzückt von der Schönheit der Illusion. (Bilder sind z.B. Illusion). So ein Magus als Verkörperung reiner Liebe und als Kriegerpriester der MAAT, wandert direkt ins Herz eines Bewohners der Illusion und tut, was für die initiatorische Transformation nötig ist. Er macht sich damit nicht selten unbeliebt, so das die notwendige Tat sozial oder andere akzeptierte Standards der Intimität verletzt.

    Er ist ein Realitätsmanipulatur ;), ein Aufwiegler … er durchschaut mühelos Individuen und ihre Fundamente, auf denen „ihre“ Illusionen gründen mögen.

    by Arkis

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