Wagnis der Interpretation

„Wie die Abgase der Autos und der Schwerindustrie, die die Luft der Städte verunreinigen, vergiftet heute der Strom der Kunstinterpretationen unser Empfindungsvermögen. […] Interpretation ist die Rache des Intellektes an der Kunst.

(Aus Susan Sontag, Kunst und Antikunst. 24 literarische Analysen, hier: gegen die Interpretation, München 2003)

Habs nicht gelesen. Stellt diese Aussage nicht selbst  wiederum eine Interpretation dar, (eine Meta-Interpretation, so man will) und ab wann, ist eine Interpretation eine? Spielt es überhaupt eine Rolle für Kunst und Künstler? Frag ich mich (nicht mehr). Was ist nicht alles schon gesagt worden?! Alle Kunst, ist unsichtbares Bild hinter den Bildern. Es gibt immer Wahrnehmende, welche einen Kontext wahrnehmen, und bewusst oder auch unbewusst daran anknüpfen.

In den Achtzigern war ich einige Jahre Mitarbeiter in einem Team für Restauration denkmalgeschützter Architektur. Der Subunternehmer dieser Truppe, ein äußerst belesener Herr, meinte einmal, dass es Bilder von Malern gäbe, und wenn er selbst solcherart malen würde, er sie nur auf dem Speicher aufbewahren würde, sie niemals zeigen würde wollen. Auch diese Aussage halte ich für eine Interpretation. Allerdings, da ist schon etwas dran, als Künstler, der seine Sachen öffentlich zeigt, gibt man sich „mutig“ eben eine gewisse Blöße.

“Demeter” by Arkis

Mythische Naturzeit Verwobenheit