Semantische Psychoaktivität

Wie sie sich in Lyrik, Gebeten, Invo-Evokationen sowie hermetischen Texten offenbart.

Das Liber Al ist z.B. eine psychoaktive Zeichenkette, deren Wirksamkeit von ihren Lesern unbestritten ist. Wer dieses Buch liest, verändert definitiv seine Weltsicht, das Liber Al ist ohne Abstriche als eine „initiatorische Schrift“ zu werten und hat sich die Stellung als zentraler Codex des 93Current redlich verdient.

Das Liber Al scheidet die Geister. Für Thelema gilt: Hab es oder hasse es!

Im Liber Al hat sich der 93Current der Menschheit offenbart und die Erkenntnisse, die der interessierte Leser aus dem Studium der 220 Verse gewinnen kann, sind durchaus geeignet, für das Individuum den Weg in ein vom freien Willen bestimmtes Leben zu ebnen. Das L.A. selbst ist kein Moralcodex, nicht ohne Grund weist Crowley im Kommentar darauf hin, dass es nützlich sei, das Buch „nach dem ersten Lesen zu verbrennen“, sprich: es nicht zum Gegenstand permanenter Betrachtung zu machen. Dies ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass Thelema eben kein typisch religiöses System ist, welches sich strikt an einem Grundsatzcodex orientiert. Vielmehr ist Thelema eine persönliche Ethik, die sich am Menschen und aus ihm heraus entwickelt.

Das Liber Al als psychoaktive Zeichenkette tut nach wie vor seinen Dienst, es wirkt auch, ohne dass man es bis in die letzte Silbe „verstanden“ haben muss. Nur ist eben die Schilderung von den alten ägyptischen Göttern, die Herrn A.C. zum Diktat rufen, ein wenig, nunja, „dramaturgisch aufgemöbelt“, gewissermaßen ein „Pimp-my-Message-Addon“. Zu Crowleys Zeiten war solcherlei Vorgehen durchaus Mode, auch seine Kollegin Dion Fortune und andere agierten so, und Crowley bedurfte auch eines gewissen „göttlichen Beistandes“, da die logenpolitische Lage, wie heutzutage auch noch, nicht eben zum Besten stand. Selber bin ich eh kein Freund solcherart „Vereinsmeierei“, und plädiere auch schon von daher für eine Autodidaktik und Selbst-Erforschung, im wahren Sinne dieses Wortes.

_wenndaspentagrammaushaktergoderverstandaussetzt

by Arkis

11 Gedanken zu „Semantische Psychoaktivität

  1. Wachsam zu sein, ist bestimmt nicht verkehrt. Ja klar, das wurde und wird rhetorisch-manipulativ auch gerne von gewissen Interessengruppen, mehr oder weniger bewusst, genutzt.

  2. Ja, das meinte ich aber nicht. Ich bezog mich auf die Aussage Crowleys, das Handy direkt nach dem Lesen zu verbrennen. Übrigens schaue ich auf Amazon gerade the good omen von Terry Pratchett. Da sind die beiden Hauptakteure Azrael für die göttliche Linie und Crowley für die dämonische. Sie geben sich aber beide nicht viel und sind verdammt nah beisammen.

  3. Himmel und Hölle sind eben EINS. Es geht dabei auch um eine Strategie Dogmatik auszuhebeln, damit keine „Kirche“ ergo Vereinsmeierei daraus entsteht. Vollkommene Kulte lösen sich von selber wieder auf.

    Kennst du die Aussage? Gott erfindet eine Religion, und der Teufel kommt hinterher und organisiert sie. *g*

  4. Kein (auch personifizierter!!) Gott, so kein Teufel…..so kein Kult noch Dogmatik. Einfache natürliche Verbundenheit ……. Es ist Das alles nichts als innere & äußere Energie & wer ein Konzept draus macht, lebt nicht im Nu.

  5. „…wer ein Konzept draus macht, lebt nicht im Nu.
    sondern wo? Selbst wenn das Konzept zeitlich auf Vergangenheit und oder Zukunft projiziert wird, findet dies im Jetzt, (Nu) des Zeitpunktes statt, in welchem es gemacht wird. Oder was meinst? Und, was meinst du mit „einfacher natürlicher Verbundenheit“? Ist der Zug nicht schon lange abgefahren ? bzw. und, was wir so quasi „romantisiert“ Natur nennen, eben schon lange Kultur ist.
    Gutnacht

  6. Mensch füttert dann zumeist sein Ego, sein eigenes Selbstbild & bleibt kopfmäßig verhaftet. Da ist per se nichts Verwerfliches dran & je nach Situation auch notwendig. Es besteht ein grundsätzlicher Unterschied bzgl. der Wirkung, ob die Sinneswahrnehmung die Art & Weise des Denkens kreiert oder umgekehrt. Das Zusammenspiel des Aspekts der Selbstinitiative (In·i·ti·a·ti·on) & Passivität im Sinne unpersönlicher Durchlässigkeit ist Da! m.A.& E. nach nicht außer Acht zu lassen.
    Der Zug der kein Zug ist, kann gar nicht abfahren. Ich spreche vom Potential des Menschen, seine angeborene Offenheit & Allverbundenheit in Liebe wahrzunehmen. …& das ganz un“romantisiert“ im Sinne deiner Wortwahl.

    It’s all ‚bout the innerG!……take care to be straight.
    Wünsche gutes Schaffen

  7. Das Ego … ja nun, alle reden vom Wetter, wir nicht. War mal so ein Slogan der Bahn. Das Ego isst nicht, ist nicht loszuwerden, nicht zu überwinden, doch es ist durchaus kreativ modifizierbar. Oder eben fremdbestimmt manipuliert und dementspr. konditioniert. Es sollte nicht per se mit Ego-ismus verwechselt werden. Liebe lässt z. B. das Ego „verbrennen“ und als Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Ein ständiger, kreativer Prozess der Oszillation … einer Lichtung, wenn man so will :o)

  8. Ich greif das nochmal kurz auf „einfacher natürlicher Verbundenheit“ ok, mir wäre das zu regressiv .., denn, das determiniert sowieso immer, da eben grundlegend, mit, dort hin zu wollen erschöpft sich lediglich in einer prä-kognitiven Haltung. Ja, es lebe die Differenz, dass Unterscheiden macht es erst möglich, dass da kein Unterschied ist im Unterscheiden. Progressiver Dreisatz: differenzieren – transzendieren – integrieren.

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