Arkis Magick

Eine editierte Mailantwort zu Fragen von A*** an mich, die ich hiermit öffentlich zugänglich mache.

Wenn du mit Orden so eine weltliche Vereinsmeierei meinst, lieber A***, kann ich das nur verneinen. Ich hatte allerdings, die Jahre weg, vermutlich auch astral, Kontakte, die ich prüfte und hinterfragte. Oft ging ich mit dieser Art so manch einem auf den Wecker. Es begann früh, und als Kind war ich schon anders als die meisten anderen um mich, „ernster“ und sehr für mich. Was Jugendliche und Heranwachsende um mich herum begeisterte und wohl auch als zerstreuende Unterhaltung empfanden, war für mich leer und hohl. Mal abgesehen von den Visionen, die ich bereits schon als kleiner Junge hatte, fühlte ich mich mehr zur Kunst und tiefen Gedanken hingezogen. (Wollte mal Pfarrer werden *g*).

Explizit Yoga und Meditation interessierten mich seit ich 14 war, auch probierte ich allerlei, mehr oder weniger improvisierend, ohne Lehrer oder Anleitungen zu haben einfach aus, und experimentierte mit dem Bewusstsein. Damals dachte ich, das sei ganz normal in meinem Alter und so … merkte aber immer mehr, wie die Jungs und Mädels, bis auf ein zwei Ausnahmen, um mich herum anders tickten. Ich war immer schon eine Art Einzelgänger, obwohl der Älteste von  5 Geschwistern, der für sich war, sich zurückzog und lieber malte, einfach am Liebsten für sich selbst war. Freunde kamen oftmals zu mir, beklagten, dass ich sie nicht auch mal besuche.

Ich kaufte mir kaum mal ein Buch zum Thema, solche wurden mir, auf für mich unerklärliche Weise, zugetragen. So bekam ich z. B. eines Tages als ich so um die 19 war ein Buch Namens: „Das grüne Gesicht“, von Gustav Meyrink … (später las ich noch andere von ihm, alle gut) von da an ging es richtig ab bei mir. Ein magisches Buch im wahrsten Sinne des Wortes, ich las darin wie in meiner Vita, darin standen, in Romanform, all die Sachen, wie Yoga, das still Sitzen, nur Körper und Gedanken beobachten, ohne zu be-werten, was da alles in einem so vor sich geht. Zwischen 19 und 26 ging’s rasant ab. Baphomet-Vision z. B. und …. und  … und. Es ist ein Weg nach innen. Umkehr heißt, ins Inne-sein hinein.

Ich bekam zu derzeit auch R. Steiner Bücher geschenkt, obwohl spannend, später konnte ich recht schnell damit nichts mehr anfangen. Das profundeste aber bekam ich von einer jungen Frau, von der ich spürte, das sie mich mochte, das war das I Ging von Richard Wilhelm. Das hatte mich, mindestens über zwei Jahrzehnte und wohl ein wenig länger, habe ich das studiert und damit „gezaubert“ ;). Was für eine starke Initiation! Von der selben Frau bekam ich später ein altes Tarot, ich hatte keine Ahnung, entdeckte jedoch intuitiv relativ schnell Korrespondenzen, und eine starke Inspiration zu meiner Malerei. Ja, autodidaktische Erforschung des Okkulten, und der philosophischen Alchemie, klar mit Pausen und dem Spüren immer wieder an eine Grenze zu kommen, und dennoch die Stärke spürend weiter gehen zu wollen.

In derzeit, schon vor dem I Ging, bekam ich ein Lexikon über „Geheimwissen“ in die Hände. Darin entdeckte ich ein Foto von Aleister Crowley, ganz auf mystischen Orientale mit Turban aufgestylt, mit so einem seltsam stechenden Blick, und, es traf mich wie ein Blitz. Ich wollte alles darüber wissen, und so begann eine Reihenfolge von intensiven Träumen, in welchen ich „ihn“ traf, und ich spürte jedes mal eine Welle von Liebe. Etwas irritiert erwähnte ich einmal einem guten Freund gegenüber, dass ich meines Wissens nicht schwul bin. Du weißt, ich war ja noch jung.

Nun, so kam also eins zum anderen, der Kraftstrom war und ist aktiv … inklusive Irrtümern und „Fehlschlägen“ Ja, Adeptenarbeit ist leiden, doch ohne, wohl auch kein wirkliches Wachstum. In den Achtzigern hab ich viel gemalt, lernte Akron und Giger kennen … Neunziger weniger gemalt, hatten vier Kinder zu versorgen …. und all so was … …  Ende 90er, kam der Kreis um Mike, nach dem ich von Angela entdeckt wurde, konnte da aber, bis auf ein zwei Persönlichkeiten nicht warm werden, und betonte Angela gegenüber, das dies alles ein „Kindergarten“ für mich sei. Ich wollte weder führen noch geführt werden, jedenfalls eben nicht explizit so in dem Maße „ordensstrukturell“ konstituiert. Ich kannte es eben anders, individuell in eigener Anleitung.

Übrigens, der Begriff „weiter sein“, ist insofern irreführend, er ist ja von einer mental-rationalen, räumlichen Begrifflichkeit, der sich in einer post-rationalen Bewusstsein-Struktur transzendiert und von jener integriert wird …. also, eine „nur“ relative Perspektive wird zu einem metastrukturellen, integralen Kosmos transzendiert. Was für Wissen gehalten wird, ist „nur“ das, worüber erfahren wird, wie Wissen gestaltet ist und wird. Eine der „untersten Sprossen der Leiter“ (ist keine hierarchische Wertung, nur ein Bild) hieße „Genie“ … *lach* was darüber, das „untere“ noch umarmt (integriert) ist und sei wie es ist, unendlich und weit offen.

Love

entflammt

Ei-Öl-Tempera-Mischtechnik auf Leinen by Arkis 1987/88

7 Gedanken zu „Arkis Magick

  1. Danke Aaron für deine Fragen, die mich inspirierten darüber zu schreiben. @ Perspektive(n) Perspektive(n) entsteht durch die Einnahme eines relativen Standpunktes, und gegebenenfalls eines Instrumentariums, wechselt dies, wechselt synchron auch die Perspektive. Ein „Wir“ gibt es nicht, außer als im Kontext einer Fiktion, einer sozialromantischen Vorstellung. Jeder lebt und stirbt einsam selbst, und für sich allein. Solche Vorstellungen ala Dr. Freud und Dr. Jung, von wegen Egomane, kannste getrost in die Tonne stopfen. Wirklich! @ A∴A∴ … es war oder ist, weniger eine Empfehlung, sondern ein Hinterfragen der Kontexte zur Vita und Menschen, denen ich im Laufe jener bisher begegnete und „kennenlernte“.

  2. Sehr schön Arkis. Schreib bitte weiter darüber. Ich bin auch jedesmal am zweifeln und die Fragen tauchen auf, ob das egoistisch ist, wenn ich darüber schreibe? Ob ich irgendetwas für mich damit erreichen möchte, wenn ich das öffentlich mache (dabei bin ich noch gar nicht zum Punkt gekommen:-))) ? Und dann kommt ganz klar die Antwort, dass es wichtig ist, dass wir darüber schreiben und sprechen. Was auf der Welt sollte sonst wichtig sein? Es ist nur erstaunlich, wie wenig Menschen sich damit befassen. Warum will niemand wissen, warum unsere Welt so ist, wie sie ist? Warum will niemand wirklich wissen, wie man sich und die Welt ändern kann? Vor der Meditation haben sie Angst, weil sie dann vielleicht etwas erkennen und nicht einfach so weitermachen können. In meinem engsten Familien- und Bekanntenkreis nehmen sie lieber Medikamente und verdrängen. Niemand möchte verstehen und niemand ist an Gott/sich selbst interessiert. Deshalb lieber Arkis freue ich mich, wenn ich hier darüber lese. Alles Liebe, Monika

  3. Ja! Heute ist der Impuls stark, oft bin ich müde, du weißt. Ich freue mich über deine Zeilen, und spüre von Beginn an unsere individuell, strukturelle Korrespondenz. Angst zu schüren, ist ein Machtfaktor, religöser und ideologischer Bestrebungen, und führt vermutlich zu einer Art kollektiven Hypnose. Selber denken, selber tun, wie … ist unbequemer als sich einlullen zu lassen. Eine individuelle Entscheidung, Berufung … ist eben nicht ohne Konsequenzen zu haben. Alles Liebe, ja!

  4. Jau, freut mich das du inspirierst wurdest. Mir fällt immer wieder auf, dass man durch Kommunikation und Reflektieren sehr viel von sich mit bekommt. Das mit dem Egoman sehe ich genauso. Ich sage immer, wer anders, als ich und nur ich, hat die Möglichkeit die Welt zu verstehen? Du erinnerst dich ja sicher noch an das Zitat von A.Crowley:

    „Ich bin das Eine, denn alles, was ich bin, ist nicht das absolute All und mein ganzes All ist meins und nicht das eines anderen, meins, der ich andere in Essenz und Wahrheit als mir gleich, dennoch in Ausdruck und Illusion als mir ungleich wahrnehme.“ (Liber V vel Reguli, Auszug aus dem Lobgesang)

    Unsere christliche Nächstenliebe kann nur so aufgebaut werden, sich bewusst zu werden, WER interpretiert und handelt, wer lässt x zu und wer ist ein der Reagierende oder der Agierende. Als Anhänger des radikalen Konstruktivismus, bin ich mir bewusst, dass jeder Mensch ein Schöpfer seines Universum ist und genau genommen, niemals Opfer, sondern immer nur „Täter“. :-) Es ist seine Entscheidung und sein Leben. Tue was du willst!

  5. Yepp! Schön, das du den „Täter“ in Tüttelchen setztest, Täter und Opfer an sich SELBST. *g* Wenn schon Blut dabei sein muss oder soll, dann nur das eigene ;)

  6. @ Liber Al vel Legis.

    Aleister Crowley kannte bekanntlich, unter anderem, die Kabbalah, die Pfade und energetischen Korrespondenzen quasi aus dem FF.

    Das „Gesetz“ ist nicht „willkürlich“ jenes eines Meta-Systems. Es illustriert, in poetischer Form und Weise, ein kosmisches Prinzip, das in der ägyptischen Mythologie als: M.A.A.T. und astrologisch als Libra „bekannt“ ist. (Ich erkenne darin übrigens ein Äquivalent zum D.A.O.)

    Einer der Schlüssel zum Verständnis des L. Al ist; LA. in der bedt. von „Nichts“, keine Anhaftung. Ein anderer, der Pfad 23, Atu 12 „Der Gehängte“, jener bezeichnet die Überquerung des Abyssus und wird als Prüfung X benannt. Dies bedt. die vollkommene Zerstörung und Auflösung jener konditionierten, anhaftenden Persönlichkeit, Ego genannt.

    Die implizite Nachricht des Al, ist eine aus der „anderen Welt“ und kommt von weit weit her, hier sprechen Wesenheiten zu uns, die nicht von dieser materiell, der relativen Vergänglichkeit anheim gegebenen Welt sind: Einweihung, Verbundensein (Agape), tiefes, spirituelles Bewusstsein, Unabhängigkeit – Freiheit. Ai was(s) ich war (bin) had it, hatte es, und werde sein.

    Es ist schon seltsam, bei mir lief das quasi rückwirkend. Ich las es, 1980 rum, die Symbolik und dachte mannomann, gab es denn damals schon LSD? Das Ägyptische Totenbuch, und all die Namen, kannte ich bereits schon einige Jahre zuvor. Also rückwirkend soll heißen, so nach und nach enteckte ich im L. Al, in eben jener Symbolik, Korrespondenzen zu jenem Genius, mit welchem ich mich SELBST verbunden spüre.

    In einem Kommentar Crowleys, im Liber Cordis Serpente, welches auch Liber Liberi vel Lapis Lazuli, und das Liber DCCCXIII vel Ararita enthält, kannte ich vor dem L. Al und vor dem Buch Thoth, las ich, dass eben das Buch Thoth im Grunde ein einziger Kommentar zum L. Al darstelle.

    Siehe da: Thelema ist so universal individuell, wie unabhängige Individuen selbst.

Kommentare sind geschlossen.