Liebende

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Art of Arkis

Maler und Zeichner des phantastischen Realismus - Künstler und Magier-Philosoph Artist and magician-philosopher. Die Idee ist die Emotion des Geistes, während Emotion der Reflex der Seele ist.

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  1. Die Liebenden« sind Ausdruck der sich zueinander sehnenden und voneinander angezogenen Gegensätze. Die Dualität, die sich in jeder Erscheinung dieser Existenz widerspiegelt, wird existentiell erlebt in der Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau. Jeder Versuch der Annäherung, der Vereinigung, der Verbindung, ist Ausdruck des leidenschaftlichen Dranges, die verloren gegangene Einheit wieder herzustellen. Doch auch jedes Individuum, jeder Mann und jede Frau, trägt die Dualität männlicher und weiblicher Anteile in sich. Sie äußern sich u.a. in unterschiedlichen, oftmals widerstreitenden Persönlichkeitsanteilen.

    Psychologen haben längst erkannt, dass jeder Beziehungspartner einen Spiegel darstellt für die jeweilige seelische Beschaffenheit des anderen. In der Regel spiegelt der Partner die eigenen unterentwickelten und un-gelebten Seiten.

    Das, was wir in uns selbst vermissen, suchen wir im anderen. Dies ist die Chance für äußere wichtige Lernerfahrungen zur Bewusstwerdung. Die Lektion kann nicht theoretisch – durch intellektuelles Forschen oder sentimentales Schwelgen erfasst werden. Sie bedarf unmittelbar existentieller Erfahrung; sie verlangt das Sich-Einlassen auf alle , Dimensionen des Glücks, der Ekstase, der gegenseitigen Bereicherung, aber auch auf die des Schmerzes, des Kampfes und der Vernichtung. Lebendige Beziehungen lassen die Beteiligten alle Gegensätze erfahren: zur Liebe gehört die Eifersucht, zur Harmonie der Streit, zum Einswerden die Trennung, zum erregenden Kennenlernen die ernüchternde Entfremdung.

    Lernziel dieser Lebensschule ist das Vollständig werden des Individuums. Nur in dem Maße, in dem der Mensch seine eigene Einheit und innere Harmonie wiederfindet, nähert er sich dem großen Ziel seiner ganzheitlichen Selbstentfaltung. Glückseligkeit, die er verzweifelt im Äußeren zu finden hofft, ist nur im Inneren zu entdecken und zu entwickeln. Jede uns bewegende Unruhe, jede Unzufriedenheit, die uns zum Anderen treibt, entspringt der Suche nach wirklicher Ruhe und tiefem Frieden. Dies ist der Grund, warum spirituelle Meister immer wieder darauf hinweisen, dass ein intelligenter Mensch sehr bald zur Einsicht kommt, dass keine Beziehung ihn je wirklich befriedigen kann. »Warum«? Weil jede Beziehung nur ein Pfeil ist, der auf die letzte und höchste Liebesbeziehung zufliegt. Jede Liebesbeziehung ist ein Meilenstein, kein Endpunkt. Jede Liebesbeziehung ist nur ein Wegweiser auf eine größere Liebe, die vor dir liegt. (…)
    Hast du aber erst einmal von der Liebe gekostet, hast du auch nur einige wenige Augenblicke reiner Freude erlebt, jenes ungeheure Pulsieren, in das zwei Menschen sich auflösen. (…) Sobald ein Fenster aufgeht und du einen Blick in den Palast werfen kannst, in seine Schönheit, seine Großartigkeit, seinen Glanz, auch wenn du nur einmal für einen kurzen Augenblick hinein gebeten und dann wieder hinausgeworfen worden bist, dann kann der Vorhof dich nie wieder zufrieden stellen. (…) Wenn du dich in das Ganze verliebt hast, wenn die Vereinigung mit dem Ganzen geschieht, dann, und nur dann, wirst du erfüllt sein. (Sannyas 16, Beziehungsdrama oder Liebesabenteuer).

    (Aus G. Ziegler: „Tarot“)

  2. Ein Gedanke mehr….,
    Eifersucht zu veranlassen entspringt einem Mangel & will, einerlei ob bewusst oder nicht, Veränderung erzeugen. Sie zu fühlen ist manipulierter Ausdruck von Verlustangst & Besitzenwollen. Wer unmanipuliert nach ihr sucht, wird sie auch finden, ……immer wieder. Manche brauchen sie immer noch für ihre sgnt. Liebe, …manche haben sie als Das erkannt, was sie ist.

  3. Ich kenne das gar nicht von mir selbst, und kann nicht wirklich beurteilen, warum jemand eifersüchtig ist. Was du schilderst scheinen mir psychologische Konstruktionen, Muster oder verinnerlichte Konzepte zu sein. Liebe ist ein ganz natürliches Phänomen, ja klar, mit Eigentum und Besitz hat das wohl eher nix am Hut, oder doch, wenn bedacht wird, dass sie es vermag vermeintliche Gegensätze zu transzendieren.

  4. by Jean Delville

    Die Idee im metaphysischen oder esoterischen Sinne ist Kraft, die universelle und göttliche Kraft, die Welten bewegt, und ihre Bewegung ist der höchste Rhythmus, aus dem das harmonische Wirken des Lebens hervorgeht.

    Wo kein Gedanke ist, gibt es kein Leben, keine Schöpfung. Die moderne westliche Welt ist sich dieser enormen Kraft des Ideals nicht mehr bewusst geworden, und die Kunst ist unweigerlich degradiert worden. Diese Unkenntnis der schöpferischen Kräfte des Denkens hat jedoch jedes moderne Urteil verdunkelt und zum Materialismus umgeleitet. Der Materialismus weiß nicht, wie Ideen und Gedanken schwingen und wie diese Schwingungen das Bewusstsein des Individuums beeinflussen.
    Und doch können diese Schwingungen, obwohl sie für den größten Teil der Menschheit unsichtbar sind, einen erstaunlichen Einfluss auf die Mentalität der Menschen ausüben und so ihre Entwicklung unterstützen. Vor genialen Werken empfängt das menschliche Bewusstsein mentale und spirituelle Schwingungen, die durch die Kraft der reflektierten Idee erzeugt werden. Je höher, reiner und erhabener ein Werk ist, desto mehr wird das innere Wesen, das mit den von ihm ausgehenden idealen Schwingungen in Kontakt kommt, erhöht, gereinigt und erhaben gemacht. Der Künstler, der nicht ideal ist, das heißt der Künstler, der nicht weiß, dass jede Form das Ergebnis einer Idee sein muss und dass jede Idee ihre Form haben muss, kurz der Künstler, der nicht weiß, dass Schönheit ist Die leuchtende Vorstellung von Gleichgewicht in Formen wird niemals einen Einfluss auf die Seele haben.

    Die Idee ist die Emotion des Geistes, während Emotion der Reflex der Seele ist.

    Delville geht weiter, indem er sein Verständnis von Schönheit in drei Kategorien unterteilt: I) Spirituelle Schönheit: die Quelle der Schönheit in physischen Objekten, ii) Formale Schönheit: die physische Artikulation von Schönheit in Kunstwerken und iii) Technische Schönheit: die spezifische Ausführung von Linie, Farbe, Licht und Schatten und Komposition, um die ideale Schönheit in physischen Objekten und Kunstwerken auszudrücken. Im Französischen bezeichnete Delville diese Begriffe als: La Beauté spirituelle , La Beauté plastique und La Beauté-Technik. Delville geht weiter, um seine dreifache Vorstellung von Schönheit auf seine esoterische Vorstellung von der dreifachen Natur der Realität abzubilden, die aus dem natürlichen, menschlichen und göttlichen Bereich sowie der dreifachen Natur des Menschen als Körper (Sinne), Seele (Gefühl) und besteht Geist (Gedanke und Spiritualität). Er schreibt:

    Das Werk der idealistischen Kunst ist daher das, was die drei großen Worte des Lebens in sich harmonisieren wird: das Natürliche, das Menschliche und das Göttliche. Um dieses Maß an ästhetischem Gleichgewicht zu erreichen, das – wie ich gerne zugebe – nicht für jedermann erreichbar ist! – Man muss in der Arbeit die reinste Idee auf intellektueller Ebene finden, die schönste Form im künstlerischen Bereich und die perfekteste Technik in Bezug auf die Ausführung. Ohne eine Idee verfehlt ein Werk seine intellektuelle Mission, ohne Form, es verfehlt seine natürliche Mission und ohne Technik verfehlt es sein Ziel der Perfektion. … Der wahre Charakter des Werkes der idealistischen Kunst lässt sich an dem Gleichgewicht erkennen, das über seine Vollendung herrscht, was bedeutet, dass die wesentlichen Begriffe Idee, Kunst oder Technik nicht übereinander herrschen.

    Die klassische Tradition
    Delville glaubte, dass der reinste Ausdruck idealistischer Kunst in der klassischen Tradition der antiken griechischen Kunst und der Hochrenaissance zu finden sei. Für ihn war die klassische Kunst der reinste Ausdruck des Geistigen in materieller Form. Delville versuchte, die klassische Sprache in einem zeitgenössischen Kontext neu zu interpretieren, um mit anderen Worten seinem spezifischen idealistischen Kunststil zu entsprechen, den er in den 1890er Jahren formulierte; nicht einfach, mit anderen Worten, klassische Kunstweisen zu kopieren oder nachzuahmen. Der Ausdruck von Harmonie und Gleichgewicht, den er als wesentlichen Aspekt der klassischen Kunst ansah, war grundlegend für den Ausdruck des Geistigen in natürlichen Formen. Delvilles Ästhetik und Vorstellung von idealer Schönheit haben einen mystischen Aspekt, als er Folgendes schrieb:

    Das Schöne im klassischen Sinne ist keine Illusion. Das Schöne ist das Wahre, das sich durch die Idee in Form manifestiert. Dies ist das höchste Ziel, das der Künstler erreichen muss … Wenn der Künstler Licht aus der Dunkelheit entspringen lässt, Schönheit aus Hässlichkeit, das Reine aus dem Unreinen, offenbart er der Menschheit die Wahrheit, er offenbart Gott. Das Schöne, das Wahre, das Gute sind Synonyme. Es ist der Ruhm der Kunst, die drei Geheimnisse, die ein einziges bilden, für das menschliche Auge wahrnehmbar machen zu können!

  5. Guten Tag.

    Es ist der Wunsch von allen Menschen, ein Gleichgewicht von Seele und Welt zu finden. Ich denke, auch der Begabteste muss sich tief bücken, um das Goldene Vlies für sich in Anspruch und für andere nach Hause zu bringen.

    Die Wahrheit ist in allem dazwischen, was dem einen das Gute, ist dem anderen das absolute Böse. Die Kunst soll sich in Demut halten, wenn sie dies ausspart, was Menschen im eigenen, Alltäglichen, für sich kaum aushalten können.

    Was uns in allem Ruhm, der Auserwählten, ihrer Ehre, ihrer Offenbarung der Geheimnisse fehlt, ist das Herz, ein etwas das alles Schwere in uns umarmen kann; wenn wir zur Begriff des Einzigen, wir ehrlich sein wollen.

    Herzliche Grüße
    Hans Gamma

  6. O ja, gleichmäßige Entfaltung aller wesentlichen Seinsbereiche bringt tiefes seelisches Gleichgewicht mit sich. Dieses wiederum wirkt zurück auf das Materielle und auf Zwischenmenschliches.

    Alles entfaltet sich zur richtigen Zeit. Gut und Böse geben ein schönes Paar ab. Zwei Hälften, die sich ergänzen, werden sie verbunden, ist aller Unbill verschwunden, in der Mitte ist Bewegung im Gleichgewicht.

    Danke für Ihren Kommentar und eine Umarmung für Sie.

  7. Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    Ich sehe mich nicht fähig, die Gegensätze, der Tiefe in das Normale, mir in eine Einheit zu bringen. Das dazwischen, ist meiner Erfahrung zugänglich, davon die Einsicht, so mir etwas aus der der Seele einleuchtet.

    Dem kann ich, bin ich unfähig zu behaupten, zu sagen, dass ich dadurch von Unbill befreit, trotz allem, weiter Schritte wage.

    Dem einen ist die eigene Mitte, das höhere Selbst. Mir bleibt als ewig Wanderer, die Nacht, die Unsicherheit, der Zweifel ist meine Zunft.

    Liebe Grüße
    Hans Gamma

  8. Die Seele hängt das ganze Universum an seidenem Faden. Das fürchterliche Nichts, indem wir sie mit Magie und Zauber überlisten wollen.

  9. Wer das Nichts fürchtet, fürchtet sich selbst, wer sich selbst fürchtet, fürchtet den Tod, wer den Tod fürchtet, hat Furcht vor dem Leben. Seele ist Raum, ist weite, nichts als weite, Weltraum ist Seele, ist Atman.

  10. Mit der Furcht
    und mit der Angst

    wehe dem
    der von
    der Seele
    in die Zange
    genommen

    die Demut
    vor ihrer
    zerstörerischen
    wie vor ihrer
    schöpferischen
    Kraft ist
    uns abhanden
    gekommen

  11. Aℂђᵃlǡᾦ & herzlichst DANKE Arkis für diese FORMulierte Satz Perle.
    „Die Idee ist die Emotion des Geistes, während Emotion der Reflex der Seele ist.“
    Die Idee ist das evtl. wohl mächtigste menschliche Wirk-/Werkzeug im Kosmos.

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