Ohne Titel

Zadislaw Beksinski hat ja bekanntlich seinen Arbeiten niemals Titel gegeben. Er sagte dazu einmal, jeder Mensch sehe seine eigenen Bilder darin.

Ich sehe darin Verzweiflung aber auch Ignoranz, ja, das ist ja nur allzu-menschlich. Was hab ich denn schon zu verlieren, außer Illusionen ?!

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Was siehst du ?

Autor: Arkis

Maler und Zeichner des phantastischen Realismus - Künstler und Magier-Philosoph Artist and magician-philosopher* Die Idee ist die Emotion des Geistes, während Emotion der Reflex der Seele ist.

23 Kommentare zu „Ohne Titel“

  1. Ja, Verzweiflung ist das erste Wort, das auch bei mir auftaucht, wenn ich dieses Bild betrachte. Grübeln, fällt mir noch ein und wie sinnlos es ist. Viele liebe Grüße, Monika

  2. Beksinksi hatte äußerst dramatische Schicksalsschläge in seinem Leben erlitten, Selbstmord des einzigen Sohnes, Krebstod seiner langjährigen Ehefrau, selbst sein Sterben, er wurde im Alter, einsam, in seiner eigenen Wohnung überfallen und ermordet. Vermutlich wusste sein Unbewusstes sich in seinen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Ob dies oder das sinnlos ist, vermag ich wirklich nicht zu beurteilen. Danke für das feedback, auch lieben Gruß.

  3. Nun, ich denke nach liebe Monika, warum sinnlos? Und wäre sinnlos und sinnfrei das selbe? Ist Sinn nicht verwandt mit Sein? *hm* ? Gibt es im Leben nicht viele Momente des Grübelns und des Zweifelns, ein Prozess der notwendig sogar im Individuum stattfindet, ja aus existenziellen Gründen heraus sogar sein muss, um, wenn mensch da durch ist, klarer zu sehen? Immer nur Annäherung sein kann, ohne Ziel, nur das Gehen.

    Eine Umarmung.

  4. Moin lieber Arkis. Die Antwort ist tatsächlich verschwunden. Wahrscheinlich war es besser so :-).
    Ich stimme dir zu, dass es etwas in uns gibt, das schon mehr oder gar alles weiß, bevor wir es tatsächlich begriffen oder erlebt haben. Tatsächlich gibt es ja keine Zeit und daher sollte dieser Blick auf alles möglich sein.
    Sinnlos ist das Grübeln, da es sich im Kopf abspielt. Ein Denken im Kreis, ohne das daraus etwas geschaffen werden könnte. Wenn es jedoch zur Verzweiflung führt, hat es wieder etwas gutes. Verzweiflung findet nicht nur im Kopf statt, sondern auch im Herzen und Seele (oder wie wir es nennen wollen). Das ist aufgeben. Ohne Hoffnung sein. Völlige Erschöpfung und absinken in die Dunkelheit. Und von da aus kann dann das Licht eintreten.
    Wir versuchen mit unserem Gehirn dem Leben einen Sinn zu geben. Das kann nur schief gehen, da es ja dann 7 Milliarden verschiedene Ziele geben muss oder?
    Sinn kann nur Sein bedeuten, so wie du es auch schreibst und jede Minute meines Lebens richte ich meine Aufmerksamkeit auf dieses Sein, um da endlich endgültig einzutauchen. Das scheint mir der einzige Sinn zu sein.
    Gehen nach innen und immer auf der Stelle, bis klar wird, dass da keiner ist, der geht.
    Uff ist das schwer, das alles in Worte zu fassen nicht wahr?
    Viele Liebe Grüße aus der Ferne, Monika

  5. Liebe Monika, mir schwirrt der Kopf, und danke dir für deine Antwort. Es ist ja nicht so, dass ich all diese Begrifflichkeiten nicht kennen würde, es sind und bleiben halt Worte, und somit befinden wir uns im (Vernunfts) Reich von Mayan, dem großen Magier, dessen wahres Wort nicht ohne Falschheit zu haben ist. Begriffe wie Bewusstsein, Geist, Sinn, Sein und so weiter, erscheinen mir als eben Verdichtungen, dessen, was allgemein hin als Bewusstsein genannt wird. Jenseits all dieser Begrifflichkeiten befindet sich nichts. Selbst das Wort „nichts“ wäre mir da schon wieder ein Wort zuviel, da es wiederum Vorstellungen, Zwei-fel erzeugt.

    Musst du denn dein Aufmerksamkeit auf das „Sein“ richten um zu sein?
    Bist du nicht selbst, in allen Facetten bereits im Sein seiend?

    „Uff ist das schwer, das alles in Worte zu fassen nicht wahr?“

    Ja und Nein. Im relativen Dasein, dort wo der Mensch, der Erde, ja auch ist gibt es durchaus, auch wenn es vom Standpunkt des Absoluten aus betrachtet (obwohl das unmöglich ist) das Gehen, und das Gehen ist ein Attribut der Götter, die ich durchaus als universale Kräfte, wenn auch nicht begreifbar, des Alls spüren und komm-uni-zieren kann. Das Horn des Zweifelbockes sei hiermit erhöht ;).

    Hintergrund vom Zweifel(n) ist so oft das Zwischenmenschliche, die Schicksale einzelner, in Verbundenheit mit Anderen, insbesondere,
    wenn zwei Menschen, das er-leben, wenn sie sich wirklich mit „Haut und Haar“ darauf einlassen, auf dies, was Liebe genannt wird. Damit meine ich nicht schnelle sexuelle Abenteuer und Zerstreuungen mit ein wenig Herumgehoppele und dergleichen. Du weißt, wir sind ja auch in einem Alter, da sollte man meinen, wo es ganz um etwas anderes geht, wobei ich aber den Gott des Eros nicht ausschließen oder gar ausgeschlossen wissen will.

    Ja, es ist immer dasselbe, wobei es niemals das selbe ist.

    Ganz lieben und herzlichen Gruß, und nommel Dank für unseren Diskurs, zu dir in die Ferne :)

  6. Ja, ich muss es immer wieder auf das „Sein“/“Gott“ richten. Stets will mein Verstand und auch mein Umfeld mich da herausreißen :-). Nur der Hund zeigt mir immer wieder, wo es lang geht. Hopp Hopp Hopp in die Lebensfreude :-) . Es gibt überhaupt keinen Zweifel mehr. Alles, was ich wahrnehme ist Illusion. Auch meine Gefühle. Auch diese Art der menschlichen Liebe, die nur ein Abklatsch von der Liebe in diesem unglaublichen Licht ist und wo alles herkommt. Ein tägliches Wechselbad zwischen der Erkenntnis/Wahrheit und der Wahrnehmung/Illusion. Ich nehme alles, was mich traurig macht, erschüttert, mir Angst macht oder auch den Schmerz als meinen Lehrer. Gehe in die Emotionen rein, bis sie ganz gefühlt wurden und sich dann auflösen dürfen. Ich kenne keine Götter, keine Götzen und keine Lehrer. Da bin nur ich, das ganze Universum. Der Rest ist Illusion bzw. selbst erschaffen worden, weil ich mich irgendwie darauf konzentriert habe.
    Deshalb verstehe ich dich meistens und manchmal auch nicht, weil da Bilder und Formen angesprochen werden, die ich nicht kenne :-). Ich lasse mich auf Haut und Haaren nur noch auf Gott ein. Daran darf ich, Monika zugrunde gehen. Darum geht es ja :-).
    Ich sende liebe Grüße und mache mich jetzt auf den Weg, den Hund im Wald für eine Stunde seine Freiheit zu schenken und ihn dabei zu beobachten, wie er durchs Laub springt, ohne zu denken :-).

  7. An Tiere, Hund und sonst, hab ich tatsächlich auch gedacht. Sie sind einfach, was sie sind, aber eben auch noch nicht ganz Mensch, und als Mensch sind wir vermutlich Zwischen oder Zwitter-Wesen. Und ja, von Tieren und von dem Gesamten, All oder Universum genannt, kann ich mich angesprochen und angeschaut fühlen. Nun, du schreibst, du würdest keine Götter kennen, ein Satz später schreibst du wiederum, du lässt dich mit Haut und Haaren nur noch auf Gott ein. Aber ja, das ist der Trickster Mayan, der Verstand, der scheinbar dich herausreißen kann, (kann er das wirklich, da er doch Illusion ist) der so aus uns spricht ;). Abklatsch klingt nicht wirklich schön, auch dieser und dies hat Teilnahme am nicht (er)kennbaren GANZEN Sein, dem KOSMOS.

    Herzlich.

  8. Oh ja, voll erwischt. Gott muss wieder „Gott “ geschrieben werden. Dann ist es besser. Was immer wir eben darunter verstehen oder wie immer wir es nennen wollen, wenn wir uns darin auflösen :-) Ich kann dem keinen Namen geben. Absolute Liebe könnte man auch sagen. Abklatsch klingt wirklich nicht schön. Da hast du recht. Ich sollte lieber schweigen. Ja, Ja Sprache ist Verstand und daher reicht sie hier nicht aus. Kann in die Irre führen und sogar verletzen. Das wollte ich nicht und ich wollte auch Gefühle nicht abwerten.
    Aber ich muss an Rumi denken, der in dieser absolute Liebe ertrank und wie ein verrückter am Tanzen war vor Freude und Glück. Ist so ein Mensch noch fähig, irgend einen anderen Menschen oder ein Lebewesen mehr zu lieben, als das andere? Er ist doch die Liebe selbst geworden. Herzlich, Monika

  9. Hm, nein eher nicht, soweit meine bescheidenen Kenntnisse, gibt es in der Vedanta keine derartige „Konzeption“. Wenn es keine Hinzudichtung ist, was ich nicht weiß, hatte doch Buddha eine Begegnung vor seinem Erwachen, mit einer Wesenheit Namens Mara (seinem Schatten). Diese wäre dann eher so eine Parallele zu Jesus’s Vision in der Wüste mit dem Verführer Satan. Im Grunde, sind sie identisch, also Jesus und Satan (Shaitan, Seth, der Saturn), wie zwei Seiten einer Münze. Der Teufel ist eine Erfindung der Christen (der Sündenbock).

  10. Ich kenne mich mit der Bibel und dem Christentum nicht aus aber ich lese gerade darüber und lerne, dass der Teufel für die Illusionen stehen soll. Ich entdecke, dass das Christentum und die indische Weisheit praktisch identisch sind. Das sagte auch schon der Lehrer von Paramahansa Yogananda (Sri Yukteswar), der die Bibel sehr intensiv studierte und seinen Schüler nach Amerika schickte, um den Menschen genau diese Gemeinsamkeit/Erkenntnis zu vermitteln. Aber ohne Yoga wäre ich nie auf die Idee gekommen, die Bibel verstehen zu wollen. Ich hätte sie auch vorher überhaupt nicht kapiert. Jetzt ist es mir eine so große Freude, in allen heiligen Schriften die gleiche Botschaft/Weisheit zu entdecken. Entschuldige, dass ich dich hier so vollschreibe aber ich habe nun einmal meinen Spaß daran :-) Liebe Grüße, Monika

  11. @ Teufel – Geschichtlich betrachtet stammt z. B. die Feindseligkeit den Hexen gegenüber aus der Furcht vor den Juden, deren Riten, verdrängt durch christlichen Formen der Magie geheimnisvoll, dunkel und schrecklich geworden waren. Pan-ik (der griechische Gott Pan übrigens, der Ursprung des Teufels-Bildes, bedt. ALLES) führte zu der Annahme, das christliche Kinder gestohlen, geopfert und verspeist wurden. (Eine Erzählung die heute wieder bei christl. Fundamentalisten in den USA, und teils von neurotischen Verschwörungsfaschisten in kaum abgeänderter Form immer noch und wieder erzählt wird). Dieser Glaube hat sich also bis in die heutige Zeit erhalten. (der Gott, der Anderen, ist immer gerne mal als Teufel bezeichnet)

    Zur Weisheit, genau, sollte das Verständnis hinzu kommen, erst zusammen, sind sie ein Paar. Was den innersten Kern betrifft, finde ich das bestätigt durch oder in der Philosophia perrenis (wie so einiges in der Philsophie heute nimmer modern).

    Genervt fühle ich mich gar nicht als eher inspiriert, und ich beantworte gerne, so wie ich kann, deine Fragen liebe Monika.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophia_perennis

    Lieben Gruß

    P.S. Es gibt ja wieder einen aktuellen Teufel nebst Gefolge, das immer noch alte Angst und Schreckensgespenst in neuem Gewande: Corona ;O)

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