Gemini

Wir sprechen oft von unserem Schatten wie einem Freund von uns, einem Begleiter fürs Leben. Wir werfen einen dunklen Schatten hinter uns und bewegen uns vorwärts, ist das nicht allegorisch in dem Sinne, dass, damit ein Schatten entsteht, das Licht jeden Zentimeter unserer Körperoberfläche streicheln muss und daher wie ein Spiegel das Gegenstück dieser Beleuchtung in seiner dunklere Form. Der Schatten. Genau wie ein Zwillingsbruder, der sich so ähnlich und doch sehr unterschiedlich ist. Wie bei einem Baum sieht man seinen Stamm, seine Blätter und seine Äste, aber man kann nicht einen wesentlichen Teil seiner bloßen Existenz sehen, nämlich die Wurzeln. Versorgung des Baumes mit Nährstoffen aus dem Boden sowie mit Wasser, also dem ewig fliehenden, geschlechtsbeugenden, hermaphroditischen Licht. Seine Anwesenheit ist durch die Existenz des Schattens selbst unbestritten, es bestätigt und bedeutet eine unzerstörbare Kraft des Kosmos. Eine perfekte Verbindung zwischen Dunkelheit und Licht, wie zwei Liebende, die sorglos im Regen tanzen. Wir haben die spirituelle Pflicht anzuerkennen, dass wir, wenn wir einen Schatten werfen, auch von der Kraft des Lichts gesegnet sind, genau wie Kabbala und Qliphoth. Ein friedlicher Krieg ähnlicher Gegensätze.

*ohne Namen*

by arkis

2003

Autor: Arkis

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